Nagoya

Ich verlasse Hachijojima und reise weiter nach Nagoya, da ich mich danach mit Yoshiko treffen möchte.

Also habe ich zwei Tage Zeit mich durch diese, für mich noch unbekannte Stadt treiben zu lassen.

Mein Apartment liegt nicht weit von der alten und traditionsreichen Porzellan- und Keramik Manufaktur Noritake entfernt, welche mein erstes Ziel ist.

Danach führt mich mein Weg weiter zur Burg von Nagoya.

Nagoya Castle erzählt Geschichte, lange bevor man das Tor passiert: einst stolzer Sitz der Owari-Tokugawa, im Krieg 1945 zerstört, 1959 in Beton wiedergeboren. Nun ist geplant den Hauptturm erneut in seiner ursprünglichen, hölzernen Pracht entstehen zu lassen. Ein Neubeginn, der Vergangenheit spürbar macht und die Burg wieder so zeigen soll, wie sie einst Japan prägte.

Von der Burg bringt mich die U-Bahn in den Stadtteil Osu. Hier befindet sich der Ōsu Kannon (大須観音)

Ōsu Kannon gehört zu den bekanntesten Tempeln Nagoyas und ist einer der wichtigsten Kannon-Tempel Japans. Seine Ursprünge reichen bis ins 14. Jahrhundert, als er in Gifu gegründet und später von Tokugawa Ieyasu an den heutigen Standort in Nagoya verlegt wurde. Der Tempel ist der Bodhisattva Kannon gewidmet, der im japanischen Buddhismus für Mitgefühl, Schutz und Trost steht.

Außerdem bildet der Tempel das Herz des lebendigen Osu-Viertels, einer Mischung aus Einkaufspassagen, alten Handwerksläden, Straßenständen und Popkultur.

Wer lebendige Einkaufsstraßen liebt, ist hier genau richtig.

Ansonsten ist Nagoya noch berühmt für sein Misokatsu (味噌カツ) und es gehört zur sogenannten Nagoya-Meshi, also den typischen Gerichten der Region. Misokatsu ist im Grunde eine regionale Variante des japanischen „Tonkatsu“ – ein paniertes, frittiertes Schweinekotelett.
Der Unterschied: In Nagoya wird es mit einer reichhaltigen roten Miso-Soße serviert, anstelle der üblichen süß-würzigen Tonkatsu-Soße.

Misokatsu wurde besonders durch das Restaurant Yabaton bekannt, das schon seit den 1940er Jahren Tonkatsu mit Miso serviert und welches ich natürlich besuchen möchte:

An ,einem 2. Tag begebe ich mich in den südlichen Teil von Nagoya. Hier befindet sich der Stadtteil Atsuta und der Atsuta Schrein.

Der Atsuta-Schrein (Atsuta Jingū) ist einer der bedeutendsten Shintō-Schreine Japans und besitzt eine über 1.900-jährige Geschichte.

Der Schrein wurde laut Überlieferung im 1. Jahrhundert gegründet. Er ist dem Schwert Kusanagi-no-Tsurugi gewidmet – einem der drei kaiserlichen Insignien Japans. Das Original wird nicht öffentlich gezeigt, gilt aber als im Schrein verwahrt. Atsuta Jingū ist nach Ise Jingū einer der heiligsten Schreine Japans und zieht jährlich mehrere Millionen Besucher an. Besonders beeindruckend fand ich die großen Kampferbäume. Auf einem der Schilder war zu lesen, das den „Okusu“ Kobo Daishi persönlich gepflanzt habe.

Und nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt der Shirotori Garten.

Meinen Nagoya Ausflug beende ich in den Stadtvierteln Sakae und Yabachō in deren Nähe sich der Nagoya Tower und Spaceship-Aqua befinden, ein großes, ovales Glasdach, das wie ein „Wasser-Raumschiff“ über dem Gelände schwebt. Auf der Oberfläche liegt eine flache Wasserschicht, die wunderschöne Lichtspiele erzeugt und zur natürlichen Kühlung beiträgt.

Morgen geht meine Reise weiter nach Okazaki zu Yoshiko, welche mich morgens am Bahnhof abholen wird.

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